26.4.16 – 10.6.16 Bocas del Toro – (Providencia) – Bocas del Toro

Zuallererst natürlich das wichtigste Ereignis in unserer Familie !

Nico ist am 23. April zur Welt gekommen, kerngesund und putzmunter. Unsere Tochter Bianca und ihr Partner David sind überglücklich. Und wir sind Grosseltern geworden. Was für ein wunderbares Gefühl! Am 27. April fliegt Doris nach Hause. Sie will ihr Enkelkind in die Arme nehmen. Sie bleibt 14 Tage bei ihren Lieben und kommt am 14. Mai zurück aufs Schiff.

Auf zu neuen Zielen!

Wir sind topmotiviert und voller Tatendrang. Denn nach fünf Monaten in Bocas del Toro möchten wir endlich wieder die Segel setzen und neue Trauminseln entdecken: Providencia, Guanaja, Roatan, Utila, Rio Dulce. Das sind die exotischen Ziele, die wir uns für die nächsten fünf Wochen gesteckt haben, als wir am 21. Mai aufbrechen. Adios Bocas!

Umkehren!

Doch unsere Glücksgefühle halten nicht lange an. Nach 20 Stunden und 100 Seemeilen (185km) Fahrt unter Motor in Richtung Nordnordwest nach Providencia, gegen Wind, Wellen und starke Strömung, stellt unser Motor einfach ab. Wir bringen ihn nicht mehr zum Laufen. Was tun? Providencia liegt noch 30 Stunden voraus und ist unter Segeln gar nicht zu erreichen. Es bleibt uns nichts anderes übrig…..als umzukehren.
Jetzt haben wir die Strömung mit uns und wir speeden mit vollen Segeln schnell über die Wellen. 50 Seemeilen geht das gut. Die halbe Strecke wäre geschafft. Doch dann schläft der Wind praktisch ein und wir kommen nur noch ganz langsam voran. Via Iridium Satphon rufen wir unseren Nachbarn und Freund Philippe an. Er organisiert Hilfe. Und es kommt alles gut.

Abschleppen!

16 Seemeilen vor Bocas kommen uns Philippe und ein Indio mit seinem kleinen offenen Motorboot entgegen und nehmen uns in Schlepp. Zum Glück herrscht ruhiges Wetter und es hat auch keine hohen Wellen. Das Motorboot zieht uns sicher durch die recht enge Einfahrt mit einigen Untiefen und Riffen. So kommen wir knapp drei Stunden später wohlbehalten an unserem „alten“ Liegeplatz in der Marina Carenero bei Bocas an.

Turboschaden!

Mechaniker Jeff kommt und schon nach kurzer Suche entdeckt er den Schaden. Das ganze Turbocharger-System ist total verstopft und verrusst. Es muss komplett ersetzt werden. Wie konnte das passieren? Wir haben den Motor sorgfältig gewartet und gepflegt. Er sieht blitzsauber aus.

Wir erzählen Jeff, dass wir im März, als wir das Rudersystem reparierten, auch den MaxProp Propeller neu eingestellt hatten. Bis dahin hatte der Motor nur bis 2100 Touren gedreht und das Schiff unter Motor maximal 6 Knoten Fahrt gemacht. Warum der Vorbesitzer das so wollte, bleibt ein Rätsel. Es ist aber ganz eindeutig der Grund für den Turboschaden. Er wurde gar nie richtig gebraucht, denn er wirkt erst ab ca. 2500 Touren und bringt dann auch eine Mehrleistung von gut 20PS. So hat sich im Laufe der Jahre die Verstopfung zwangsläufig angebahnt. Wir konnten das neue Gefühl mit der höheren Drehzahl nur noch 20 Stunden „geniessen“, dann war Ende Feuer! Der Motor hätte früher oder später auf jeden Fall abgestellt. So haben wir doch auch wieder etwas Glück im Unglück gehabt. Was wäre passiert, wenn der Motor mitten in einem Riffgebiet abgestorben wäre? Das hätte dramatische Folgen haben können!

Lieferfrist!

Für die Reparatur brauchen wir einen neuen Turbolader plus weitere acht Ersatzteile. In Panama ist da nichts zu holen. Aus den USA dauerts mindestens vier Wochen und der Turbolader ist gar nicht lieferbar (!!). Ich suche im Internet und werde in Deutschland fündig. Die Firma STK Turbotechnik hat den Originalturbolader am Lager und die weiteren Teile organisiert mir der nette Verkäufer auch noch bei Drittfirmen.. Und das ganze ist dann eh noch viel weniger teuer,als aus den USA, inkl. Lieferung. Ich eröffne ein Postfach bei Mailboxes etc. Und so sollte die Ware via Miami nach Bocas kommen. Lieferfrist ca. 15 Tage. Wegen eines fehlenden Teils verzögert sich dann das nochmals um ca. eine Woche. Jetzt ist der 9.Juni und wir hoffen, dass die Ware in den nächsten Tagen eintrifft.

Hurrikan-Saison

Die lange Reparaturzeit haben wir natürlich vorausgesehen. Wir müssen drastisch umplanen. Ende Juni beginnt die Hurrikansaison, die bis Ende Oktober dauert. Diese Zeit wollten wir im Rio Dulce/Guatemala verbringen, einem vor Hurrikans sicheren und wunderschönen Binnenwassergebiet. Im Guatemala-Reiseführer hatten wir schon abwechslungsreiche Touren herausgesucht. Das fällt jetzt flach. Hier in Panama sind wir zwar hurrikansicher, aber wir haben wirklich alles schon gesehen. Inklusiv Costa Rica. Was tun?

Sommerpause

Wir entscheiden uns: Das Schiff bleibt hier in Bocas. Doris fliegt am 31. Mai für viereinhalb Monate zurück in die Schweiz. Ich bleibe hier und schaue zum Schiff und den Reparaturen. Mitte/Ende August komme ich auch noch für ca. 6 Wochen in die Heimat. Im Oktober kehren wir zurück und setzen unsere Segelreise fort. Wohin es uns zieht, das werden wir im Herbst entscheiden.

Damit es mir allein auf dem Schiff nicht allzu langweilig wird, fängt ja jetzt gerade die Fussball-EM an. Da kann ich schon mal einen Monat in die Röhre gucken. In Bocas hats ein schönes gemütliches Pub mit grossen Screens.

Hopp Schwyyz! (Ich melde mich dann wieder, wenn wir Europameister sind….)

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