18.1.16 – 2.3.16 Bocas del Toro – Panama City – Volcàn/Cerro Punta – Finca La Suiza – Bocas del Toro – Red Frog Bay – Dolphin Bay – Porras Lagoon – Bocas del Toro – Almirante

Probleme? Probleme!

18.1.16. Der Besuch von Bianca und David, das waren für uns auch wunderbare Ferien. Wir konnten es in vollen Zügen geniessen. Aber jetzt ist wieder Alltag auf der Riocaja. Wir besprechen und begutachten die Probleme mit dem Ruder mit zwei erfahrenen Langzeit-Seglern, Philippe und Bryan. Beide raten uns dringend ab, mit dem Leck und dem unsichtbaren, aber gut hörbaren Ruderschaden weiterzusegeln. In schwerer See könnte das fatale Folgen haben. So entscheiden wir uns, weiter in Panama zu bleiben, und den Schaden in der nahe gelegenen Werft bei Almirante zu prüfen und zu beheben. Doch darüber berichte ich weiter unten in diesem Blog.

Ferien? Ferien!

Denn vorher machen wir gleich nochmals Urlaub! Sohn Dario kommt für drei Wochen zu Besuch. Am 26. Januar fliegen wir ihm nach Panama City entgegen, empfangen und umarmen ihn kurz nach Mitternacht im Hotel Hilton GardenInn. Wir verbringen zuerst zwei Tage in der City, besuchen die Ruinen von Panama Viejo, die Miraflores-Schleuse, die Altstadt und den Fischerhafen.

Klimawandel im Stundentakt

Dann steigen wir in den auf gefühlte 3 Grad gekühlten Nachtbus und düsen auf der Panamericana nach David. Wir steigen aus um 04 Uhr 30, bei tropisch-feuchten 28 Grad. Von dort geht’s gleich weiter mit dem nächsten Kühlschrankbus in die Berge. Kurz vor Sieben Uhr erreichen wir Cerro Punta auf 1600 Metern Höhe. Da laufen die Leute mit Schal, Pullover und Jacke herum. Es ist so frisch wie bei uns in der Schweiz. Als die Sonne kommt, wird es dann ein angenehmer Frühlingstag. Aber den Pullover ziehen wir nicht ab. Wir bestaunen und bewandern die fruchtbare Natur im ewigen Frühling der Panama-Berge. Hier werden sämtliche Gemüse angepflanzt, aber auch tropische Fruchtbäume gedeihen prächtig. Genauso hochwertiger Panama-Kaffee. Die Kühe weiden im saftiggrünen Gras. Es hat Bergflüsse mit kristallklarem Wasser.

Rennpferde aus Panama

Mitten in dieser Hochebene steht ein riesiges Pferdegestüt. Die hier gezüchteten Pferde zählen zu den besten Rennpferden, die für teures Geld nach Amerika verkauft werden und dort auf den Turfs für Furore sorgen. Leider können wir keine geführte Tour machen, weil die heutige Führung gerade eben vorbei ist.

Wir übernachten in einem kleinen Hotel, mit liebenswerten Gastgebern. Sie sprechen zwar kein einziges Wort Englisch, aber sie kochen für uns ein einfaches schmackhaftes Menü und am Morgen ein sehr gutes Frühstück, natürlich mit frischem Fruchtsaft.

Finca La Suiza!

Dann geht’s wieder mit dem öffentlichen Bus via David in die Berge zur kontinentalen Wasserscheide Atlantik/Pazifik. Wir besuchen für zwei Tage nochmals die herrliche Finca La Suiza auf 1300 müM, mit tollem Panorama-Blick in die Berge und bis zum Pazifik. Wir werden von Gastgeberin Monika herzlich begrüsst. Sie hat hier mit ihrem (leider verstorbenen) Mann ein einzigartiges Wandergebiet erschlossen. Die drei Gästezimmer sind wunderbar gepflegt und sauber. Zum Nachtessen und zum Frühstück sitzen alle Gäste am grossen massiven Familientisch. Man wird richtig verwöhnt mit wunderbarem Essen. Einmal mit einem saftigen Rindsfilet, am zweiten Abend mit Bergforelle. Zum Frühstück gibt’s verschiedene Früchte, Käse und die herrlich duftenden panamaischen „hogaldres“. Dieses fritierte Weizenbrot schmeckt frisch aus der Pfanne einfach wunderbar. Die vielen Kalorien wandern wir dann einfach weg auf den gut markierten Wanderwegen inmitten unberührter Bergnatur. Also, wenn Ihr mal nach Panama reist: Die Finca La Suiza ist ein Muss!  > www.fincalasuizapanama.com

Watertaxi = Speedtaxi

Nach den zwei erholsamen Tagen bei Monika, verlassen wir den Frühling wieder und steigen in den überfüllten Kleinbus. Der bringt uns in in knapp drei Stunden zurück in die Tropen, mit Regenwald und Feuchtigkeit. Wir steigen in Almirante um aufs Wassertaxi. Mit 50 kmh speeden wir übers flache Wasser zurück nach Bocas del Toro und zurück auf die Riocaja, die uns schon sehnsüchtig erwartet.

Mit Segeln ist vorerst auch noch nichts, es regnet mal wieder. Wir kaufen ein, machen es uns abends gemütlich und spielen mit unseren belgischen Freunden Philippe und Diana Brändy Dog, oder wir machen zu dritt den Coiffeur-Jass.

Red Frog Bay

Am 5. Februar stimmt dann das Wetter. Wir segeln los. Und schon nach eineinhalb Stunden fällt der Anker in der Red Frog Bay auf der Insel Bastimentos. Ein Zehn-Minuten Walk und schon sind wir an einem klassisch schönen Karibik-Strand mit goldgelbem Sand und schöner Brandung. Und einer gemütlichen Beach-Bar. Im Dschungel heulen einige Brüll-Affen. Die kleinen Red Frogs, die es nur hier gibt, bekommen wir leider nicht zu Gesicht. Hier gibt’s keine Autos, nur Elektro-Golf Caddies für die Gäste des Luxus-Eco-Resorts, das gut versteckt im Dschungel liegt.

Am nächsten Morgen kurz vor sieben Uhr gibt’s den schönsten Sonnenaufgang, seit wir unterwegs sind. Endlich wieder mal “Another Day in Paradise“.

Dolphin Bay

Der nächste Halt heisst Dolphin Bay. Das schaffen wir in knapp vier Stunden. Nach 17 Uhr merken wir, dass diese Bucht ihren Namen zurecht bekommen hat. Eine Schar Delfine tummelt sich während gut zwei Stunden in der Bucht. Sie gehen ganz ruhig und geschmeidig auf Fischfang.

Wandernde Palmen auf der Chocolate Farm

Am nächsten Morgen sind die Delfine schon wieder da. Wir lassen sie in Ruhe fischen und machen einen Besuch in der Chocolate Farm von Julie und Robert ( > www.greenacreschocolatefarm.com).

Der deutschstämmige Amerikaner Robert macht eine lehrreiche Führung durch sein „Eco-Rainforest-Resort“. Die vielen Kakaobäume gedeihen nämlich nur im Schatten der grossen tropischen Bäume. Er erklärt uns jeden einzelnen Baum. Zwei Highlights: Die wandernde Palme schafft dabei bis zu 30cm im Jahr, und zwar genau in die Richtung, wo sie freien Platz hat. Und wir essen echte Termiten. Sie schmecken wirklich gut.

In einem kleinen Nebenhaus produziert er mit einfachsten Mitteln und Maschinen hochwertige 100% Naturschokolade. Diese wird von befreundeten Kleinbetrieben weiterverarbeitet zu köstlichen Delikatessen, aber auch für den kosmetischen Einsatz. Schoggi gibt eine feine glatte Haut. Roberts Partnerin Julie ist das lebende Beispiel dafür.

Apropos Wald und Regen. Darum ist es ja in Panama so üppig grün. Die nächsten zwei Tage schüttet es fast ununterbrochen wie aus Kübeln. Wir „geniessen“ dieses Wetter unter unserem grossen Regenzeltdach, vertreiben uns die Zeit mit Jassen und Spielen. Und wir schauen fasziniert den Delfinen zu.

Pizza im Regenwald – von einem Österreicher

Als die Sonne wieder scheint, fahren wir eine Bucht weiter. Dort erwartet uns ein weiteres Highlight mitten in der einsamen Wildnis. Schön versteckt in der geschützten Bucht Rana Azul hat der österreichische Segler Josef ein einfaches Restaurant mit zwei Pizza-Steinöfen erstellt, mitsamt einem weitläufigen Palmengarten drumherum. Er hat nur zwei Tage offen, am Freitag und Sonntag. Das hat sich herumgesprochen und so ist Josefs Beiz zum beliebten Treffpunkt der Segler und der vielen Expats geworden, die sich hier angesiedelt haben, hauptsächlich Amerikaner und Kanadier.

Wir geniessen die tolle Atmosphäre, inklusiv Musik und Tanz, gleich zweimal. Am Freitag mit einer riesigen Pizza, und am Sonntag mit einer saftigen Filet-Steak-Platte.

Barracuda

Am Samstag machen wir noch einen Abstecher in die Crawl Cay Bay, ankern über türkisfarbenem Wasser, und wir sehen vom Pfahlbau Beach Restaurant aus einen grossen Barracuda vorbeischwimmen.

Hasta Luego Dario!

Montag, 14. Februar. Wir kehren zurück zur Marina Carenero, unterwegs machen wir noch einen kurzen Badestopp, springen ins warme aber trotzdem erfrischende Nass, denn an Deck haben wir sicher tropische 35 Grad im Schatten.

Wir laden Dario zum Abschiedsessen ein. Im stimmungsvollen Pfahlbau-Restaurant Bibi’s verspeisen wir drei gemeinsam einen grossen prächtigen Red Snapper-Fisch.

Am Mittwoch, 17.Februar, begleiten wir Dario zum kleinen “International Airport Bocas“. Bye bye, lieber Möd – vielen Dank für die schöne Zeit mit Dir. Und alles Gute für deinen neuen Job, den du am 1. März in Angriff nimmst.
Wir bleiben ziemlich traurig zurück, denn jetzt beginnt für uns eine eher „harte“ Zeit. Wir müssen die Riocaja schon wieder aus dem Wasser nehmen und dem Ruderschaden auf den Grund gehen.

Am 18. Februar segeln wir zur Bocas Boatyard Almirante. Das Schiff wird mit dem 60-Tonnen Travellift sorgfältig hochgehoben und an Land aufgebockt.

Die Analyse des Bootsingenieurs
Am 19. und 20. Februar kommt ein erfahrener Bootsingenieur. Frank Crane wohnt in Panama und nimmt sich extra Zeit für uns. Er hat seine Firma in den USA eben grad verkauft und arbeitet nur noch „zum Plausch“. Er inspiziert unser Problem genau (ständige Geräusche vom Ruder und zwei Wasserlecks im Skeg/Ruderbereich). Seine Diagnose: Das Ruder ist „schief“ , dh um einige wenige mm nicht achsgenau montiert, und drückt daher auf die Lager. Daher der Lärm. Und das Wasser drückt in die Ruderröhre und verursacht die zwei Lecks. Die Hülle aussen ist ok und der Skeg stabil. Es hat dort keinerlei Risse.

Das Gute: Der Schaden ist reparierbar. Zeitaufwand ca. 10 Arbeitstage. Die meisten Ersatzteile sind in Panama erhältlich. Und die Werft hier hat auch das Knowhow, um die Reparatur auszuführen.

Ein weiterer Schaden betrifft den Kielbereich, aber auch dieser ist gut reparierbar. Dazu haben wir selbst noch eine recht lange ToDo-Liste mit kleineren und grösseren Arbeiten.

Unsere Erfahrung in Sachen Reparaturen ist inzwischen recht gross, und so wissen wir, dass diese 10 Tage nicht realistisch sind. Wir rechnen mit drei bis vier Wochen.

Die erste Woche geht schon vorbei mit der Vorbereitung aller Arbeiten und der Auflistung und Bestellung aller Ersatzteile und Materialien. Das Ruder geht zur „Begradigung“ nach David in eine Spezialwerkstatt, die das lasergenau ausführen kann.

Die unsichtbaren Plaggeister

Das Leben auf Land in der Werft ist nicht sehr komfortabel. Aber es wäre gut auszuhalten, wenn da nicht die Chitras wären. Diese mikroskopisch kleinen Moskitos überfallen uns zigtausendfach,speziell am Morgen und in der Abenddämmerung. Sie sind fast unsichtbar und stechen zwar nicht richtig, aber es juckt einem überall am Körper wie wahnsinnig.

Wir könnten in ein kleines Hotel ausweichen. Aber abgesehen von den Kosten hats dort laute Klimaanlagen, die uns auch krank machen.

Segel-Urlaub bei Philippe und Diana

Für ein paar Tage können wir dem ausweichen: Wir dürfen zu Philippe und Diana auf ihre schöne Amel-Yacht. Da geniessen wir fünf wunderbare Tage, übernachten in verschiedenen Buchten. Wir werden von Diana göttlich gut bekocht. Speziell mit dem Vlaamse Stoofvlees – das flämische Nationalgericht schmeckt wunderbar. Es ist Geschnetzeltes Rindfleisch in belgischer Dunkelbiersauce, dazu gibts kleine feine Bratkartoffeln.

The Gap

Ein spezielles Highlight ist „The Gap“, ein enger Kanal zwischen unzähligen Mangroveninseln hindurch. Den geniessen wir bei schönstem Sonnenschein. Geführt werden wir von Otto auf seiner Yacht „Eisbär“. Er hat diese heikle Passage bereits einmal gesegelt. Und am Sonntag gehen wir zusammen mit Otto und mit den Urbayern Reinhard und Silvia (Yacht „Black Elise II“), wieder zu Josef zum Pizzaessen und zum gemütlichen Trinken und Plaudern.

Am Montag, den 1.März sind wir wieder zurück auf der Werft. Jetzt geht es los mit den vielen Reparaturarbeiten. Drückt uns die Daumen, dass alles klappt.