23.12.15 – 17.1.16 Bocas del Toro – Boquete – Playa Las Lajas/Pazifik – Finca Suiza – Bocas del Toro – Zapatilla – Bluefield Bay – Crawl Cay – Bocas del Toro

Welcome Bianca und David!

Darauf freuen wir uns ganz besonders: Unsere schwangere Tochter Bianca und Partner David verbringen Weihnachten und Neujahr mit uns in Panama. Bei ihrer Ankunft auf dem kleinen „International Airport Bocas del Toro“ scheint zum Glück die Sonne, was hier gar nicht Alltag ist, denn es regnet jeden Tag recht intensiv. Obwohl die Regenzeit seit Mitte Dezember vorbei sein sollte.

Road Trip in Panama
So planen wir zuerst einen mehrtägigen Landausflug bis zur Pazifikseite. Da soll das Wetter besser sein. Geplant, getan. Mit dem Wassertaxi geht’s ans Festland. Wir mieten ein Auto. David chauffiert uns fortan souverän über die mehr und weniger löchrigen Strassen Panamas.

Der „Klimawandel“
Zuerst geht’s in die Berge, hoch zur Wasserscheide Atlantik/Pazifik. Der Klimawechsel ist schon beeindruckend. Eben noch im intensiv grünen üppigen Regenwald, und dann schon im trockeneren Gebiet mit eher an die Schweiz erinnernden Tälern, Bergen, „Alpweiden“ und Wäldern.

Weihnachten à la Panama
Weihnachten „feiern“ wir im schönen Bergdorf Boquete. Das ist total anders hier: Ein riesiges Volksfest auf den Strassen, mit einem Umzug in Trachten und auch mit einigen Weihnachtsmännern und -frauen. Dazu gibt’s ein Feuerwerk. Wir lassen die Panamaer feiern, gehen in unser Hostal und bringen den Weihnachtsabend mit Jassen über die Runden. Es ist ja auch frühlingshaft schweizerisch kühl hier.

Tags darauf machen wir eine schöne Wanderung zu einem prächtigen Wasserfall. Alles wirkt wirklich sehr „schweizerisch“ hier. Panama ist ein wunderbar vielseitiges Land, wir sind beeindruckt und begeistert

Am Pazifik
Am Nachmittag düsen wir auf der Panamericana Richtung Pazifik. Am prächtigen kilometerlangen Strand Playa Las Lajas mit eher dunklem Sand planschen wir in den herrlichen Brandungswellen. Das Wasser muss 30° oder mehr sein. Gerade rechtzeitig vor dem Sonnenuntergang finden wir zum Glück noch eine Unterkunft in der Casa Berlin, bei einem deutschen Auswandererpaar.

Am 27. Dezember geht’s wieder zurück Richtung Wasserscheide. Wir machen einen Zwischenhalt. Beim Rio Caldera springen wir in einer felsigen Schlucht aus gut 5 Metern ins frische Bergflusswasser. Auch das erinnert uns an die Schweiz, an Verzasca oder Maggia.

Finca la Suiza
Die Schweiz verfolgt uns. Auf dem Hinweg hatten wir auf der Passhöhe ein Schild entdeckt: FINCA LA SUIZA. Wir rufen an. Und tatsächlich nimmt eine Schweizerin ab. Monika lädt uns ein. Sie habe ein 4-Bett-Zimmer frei für diese Nacht. Auf einem abenteuerlichen Feldweg fahren wir hoch bis auf 1400müm. Und da steht ein schönes Berghaus, wie auf einer Alphöhe. Mit prächtigem Panoramablick bis zum mächtigen Berg Vulcano und hinunter zum Pazifik!

Monika begrüsst uns herzlich!. Sie wohnt schon seit vielen Jahren hier oben und hat in dieser tollen Berglandschaft (ein Naturschutzgebiet) ein vielseitiges Wanderwegnetz aufgebaut. Ihre Finca hat vier Gästezimmer. Am grossen Familientisch gibt’s ein wunderbar gutes Nachtessen für alle Gäste. Alles ist blitzsauber und gepflegt, wir geniessen diesen schweizerischen Komfort in vollen Zügen.

Leider reicht es uns nur für eine kurze Wanderung, denn wir müssen das Auto zurückbringen. David pilotiert uns durch alle Kurven und um all die vielen Löcher bis zum Karibikstrand. Das war ein toller Road-Trip!.

Segeln
Das Wetter in den Bocas del Toro Inseln ist weiterhin wechselhaft, aber wir wollen jetzt segeln. Das macht besonders Freude hier, weil es total geschützt ist vor der Atlantikbrandung. Auf flachem Wasser und bei leichten Winden gleiten wir dahin. Bianca und David gefällts prima.

Erster Halt ist eine grosse mangrovenumsäumte einsame Bucht. Der Anker hält auf dem schlammigen Untergrund erst nach mehreren Versuchen. Das ist eine richtige Drecksarbeit mit der langen Kette. Belohnt werden wir mit einer ruhigen Nacht mitten in der Natur.

Silvester? Silvester!
Tags darauf verlassen wir die geschützten Gewässer und gehen aufs offene Meer. Ziel sind die kleinen Zwillingsinseln Zapatilla 1 und 2. Bianca und David steuern die Riocaja durch die recht hohen Wellen und wir segeln mit gutem Tempo.

Nach gut fünf Stunden ankern wir vor Zapatilla 1. Der Anker hält beim ersten Mal, aber trotzdem kommt keine Freude auf. Denn es ist absolut ungemütlich hier. Wir sind zwar gut geschützt vor der Atlantikbrandung, aber von der Festlandseite her hat sich hier auch eine Brandung aufgebaut. Das Resultat: Wir schaukeln quer zu den Wellen mächtig hin und her. Bianca ist es gar nicht wohl. Aber zum Weitersegeln ist es zu spät. Wir müssen eine Nacht durchhalten und uns im Bett festhalten, damit wir nicht rauskippen. Das ist unsere ganz spezielle Silvesternacht.

Seekrank
Am Neujahrsmorgen ist es noch schlimmer. Bianca leidet. Das ewige Schaukeln war doch des guten zuviel. Sie ist jetzt stark seekrank.
So heben wir schnell den Anker und steuern eine gut geschützte Bucht an. Nach drei Stunden erreichen wir die Bluefield Bay (Blovelt war ein niederländischer Pirat, der hier im 18. Jahrhundert seine „Basis“ hatte). Was für ein schönes Gefühl! Die grosse weitläufige Bucht ist total geschützt und das Wasser ist wunderbar flach. Wir sind das einzige Segelschiff weit und breit. Bianca blüht förmlich auf, die Seekrankheit ist blitzartig verschwunden.

In der Seeräuber Bay
Die Cayo Azul (so heisst die Blufieldbay bei den Einheimischen) ist ein weltabgeschiedenes Naturparadies. Es gehört ganz und gar den hier angesiedelten Ngböe-Indios. Wir rufen ein Boot zu uns und vereinbaren für morgen einen Trip.

Ausflug im Indio-Boot
Eigentlich möchten wir schnorcheln. Aber es ist zu trüb und regnerisch. So führt uns der Indio Alonso mit seinen drei Kids zu einem in den Mangroven versteckten Fluss. Wir gleiten langsam und lautlos den Windungen nach in die Wildnis heinein, hören nur die Vögel. Als wir mit dem Boot nicht mehr voran kommen, geht’s zu Fuss weiter. Wir kommen zu einem Wasserfall, dann noch zu einem Pool. Wir kühlen uns ab im quellfrischen Flusswasser. Nach einer Stunde faszinierender Erkundung kehren wir um. Alonso lädt uns beim Schiff ab und will gleich wieder weg. Er wollte nicht mal ein Entgelt! Wir geben ihm trotzdem 20 Dollar.

Gefangen in der Brandung!
Wir geniessen die Ruhe und den Frieden in der alten Seeräuber-Bucht. Dann gibt uns ein erfahrener Yachtie einen Tipp. Mit dem Dinghy fahren wir ganz ans Ende der Bucht, in ein kleines Indiodorf. Nach 15 Minuten Fussmarsch sind wir auf der Atlantikseite an einem Karibik-Traumstrand mit feinstem goldgelben Sand, Palmen und toller Brandung. Voller Vorfreude stürzt sich David in die Wellen. Und wir hinterher. Vor lauter Begeisterung freuen wir uns, dass die Wellen immer grösser werden. Doch als wir wieder zurück an den Strand wollen, spüren wir, dass das kaum mehr geht. Die Gegenströmung wird zu stark. Man schwimmt und schwimmt und kommt kaum mehr voran! Nur keine Panik, denke ich. Wir sind auch nicht mehr zusammen, jeder muss für sich selber schauen. David und Bianca sind näher am Ufer und schaffen es schliesslich noch zurück. Sie rufen nach Hilfe, denn Doris und ich sind zu weit weg. Die Indios kommen sofort, je zwei paddeln auf Surfboards zu uns. Doris ist etwas näher am Ufer. Sie klammert sich ans Surfbrett (an dem eine Leine zum Ufer befestigt ist und wird dann herausgezogen. Ich klammere mich zwischen zwei Surfboards und zu dritt paddeln wir uns ganz langsam näher zum Ufer. Nach gut zwanzig Minuten sind wir so nah dran, dass ein weiter Surfer eine Leine bringt. An der kann ich mich schliesslich ans rettende Ufer ziehen, respektive werde von den Einheimischen gezogen. Puhh – das war wirklich happig und hätte schlimm enden können. Vielen vielen Dank – liebe Indios!!! Zwei von ihnen waren erst etwa 12 Jahre alt. Und das ganze Dorf hat zugeschaut – wir waren DAS Gesprächsthema dieses Tages.

Crawl Cay
Nach dem überstandenen Wellenabenteuer hissen wir wieder die Segel – zurück in die touristischeren Gebiete. In der Crawl Cay Bay finden wir ein solches Traumplätzchen. Wir gehen in das schöne Beach-Bar/Restaurant ( auf Pfählen über Türkiswasser gebaut), genehmigen uns exotische Drinks und ein Nachtessen.

Marina Carenero
Am 6. Januar heisst es dann back home in den „Heimathafen“ Marina Carenero, das liegt nur eine Wassertaximinute entfernt vom Hauptort Bocas del Toro. Die gemeinsame Zeit mit Bianca und David geht leider zu Ende. Aber es waren spannende und wunderschöne zwei Wochen. Wir haben viel gelacht, Brändy-Dog gespielt und gejasst.

Hasta Luego!
Mit dem pfeilschnellen Wassertaxi entschwinden sie unseren Tränenaugen, düsen ans Festland und von dort mit dem Nachtbus in zehn Stunden nach Panama City. Wenn wir sie das nächste Mal sehen, sind sie zu dritt!

Reparatur aufgeschoben
Wir bleiben zurück und kümmern uns um unsere Baustellen am Schiff. Die wichtigste ist das Leck im Heckbereich. Beim Segeln mit Bianca und David hatten wir zum Glück fast kein Wasser im Schiff. Es dringt also nur Wasser ein bei schwerem Seegang. Nach langem Diskutieren und Abwägen entscheiden wir uns, das Boot nicht sofort aus dem Wasser zu nehmen. Es hat nur eine einzige Werft, und die ist zwei Tage weit weg und erst noch in der falschen Richtung. Zudem warnen uns andere Segler, dass dort nicht alles zum besten steht und die Qualität der Arbeit ebenso.

Erfolgserlebnisse
Stattdessen können wir endlich den Generator (und damit auch den Wassermacher) wieder zum Laufen bringen. Der Mechaniker Gilbert findet die Ursache. Im Zylinderkopf kam zu wenig Diesel durch.

Für unser Selbstvertrauen ist es gut, dass wir weitere Sorgen selbst und ohne fremde Hilfe erfolgreich behandeln können. Zum Beispiel, dass die Ankerwinch wieder zuverlässig arbeitet und stark genug ist, auch einen “festgefahrenen“ Anker auszubrechen und hochzuziehen.

Oder einen Oelwechsel am 75PS-Volvomotor durchführen und einen neuen Ölfilter einsetzen. Oder den Dieselvorfilter/Wasserabscheider reinigen und den Dieselfilter wechseln. Und dann heisst es die Dieselzufuhr wieder zu starten durch Entlüften der Leitung. Wir brauchen sicher etwas länger wie die Profis, Aber es gelingt tipptopp.

The real Bocas del Toro-Feeling
Daneben geniessen wir auch die Annehmlichkeiten des Städtchens Bocas del Toro und der reizvollen Umgebung, verteilt auf mehrere Inseln. Wir gehen ab und zu auswärts essen. Es hat viele schöne Hostals, Bars und Strandrestaurants, zumeist aus Holz auf Pfählen gebaut. Das ganze sieht wirklich relaxed und stylish aus. Das Publikum hier ist multikulti- international, eher jünger, Backpacker und Surfer, viele aus den USA und Kanada. Aber wir lernen auch mehrere ausgewanderte Schweizerinnen kennen. Zum Beispiel Isabel Dickson-Cupif. Sie ist mit einem Panamaer verheiratet und lebt auf der Insel Bastimentos. Sie stammt aus Oberwil, und ihr Vater hatte mit mir bei JVC/Spitzer Electronic gearbeitet!

Planung mit Hurricanes und Schwangerschaft.
Die Schwangerschaft von Bianca bringt uns auf neue Ideen und Pläne. Doris will nach der Geburt unseres Grosskinds unbedingt dabei sein und helfen. Das heisst: Sie wird Ende April für ca. 2 Wochen heimkommen.

Di e Weltumseglung haben wir ja gestrichen. Wir bleiben in der Karibik und müssen mit der Hurrikan-Saison (Juni – November) leben und planen. Würden wir in Panama bleiben, wäre das überhaupt kein Problem, denn hier gibt es keine Tropenstürme. Dafür viel Regen und starke Gewitter. Und wir wollen ja auch neues sehen und entdecken.

Auf der anderen Seite möchten wir wegen des Lecks mehrtägige „happige“ Fahrten gegen den Wind und übers offene Meer vermeiden. So fallen zum Beispiel direkte Schläge nach Jamaika oder Kuba weg.

Wir planen etwa so: Wir bleiben jetzt noch ca. sechs Wochen in Panama. Dann hüpfen wir Step by Step der mittelamerikanischen Küste entlang nach Norden, bis Mexiko/Yucatan. Da liegen viele Inseln und reizvolle Küstenabschnitte am Weg. Das schaffen wir gut mit maximal Zweitagesfahrten.

Rio Dulce/ Guatemala
Für die Hurrikan-Saison wollen wir spätestens im Juni im Rio Dulce in Guatemala sein. Das ist ein grosses schönes Binnenwassergebiet und sogenanntes Hurricane-Hole. Hier sind wir hoffentlich gut geschützt vor den schweren Stürmen.
Es hat viele Werften, wo wir unser Schiff aus dem Wasser nehmen und das Leck/Ruder reparieren können.
Leckt die Riocaja jedoch vorher schon stärker, werden wir sofort zum Rio Dulce segeln.

Heimaturlaub
Im Sommer, während der Hurrikansaison, werden wir für drei Monate nach Hause kommen. Wir freuen uns riesig auf unser Grosskind und aufs Wiedersehen mit Familie und Freunden! Das sind für uns wirklich Ferien, denn wir leben und arbeiten ja auf unserem Schiff.

Welcome Dario
Doch jetzt freuen wir uns auf den nächsten Besuch: Am 26. Januar kommt unser Sohn Dario!