22.2. – 22.3.15 Grenada/Le Phare Bleu – Ronde Island – Union Island – Tobago Cays – PSV – Carriacou – Grenada/Le Phare Bleu

Das Dinghy Concert
Am 22. Februar (einen Tag vor dem Morgestraich) gibts fernab in der Karibik auch ein kleines Highlight: das Dinghy-Concert auf dem Wasser, direkt vor der Marina Le Phare Bleu. Special Guests sind die Schweizer Musiker Aere Gerber und Dominik Schreiber (My Kung Fu). Wir sind mit unserem Dinghy-Beiboot mittendrin und geniessen die fabelhafte Stimmung, der auch zwei Regengüsse nichts anhaben können. Siehe Fotos unten oder auf Video.

Die Ankunft von „Maya“
Am 26. Februar tauchen unsere Freunde Asma, Herbert mi ihren Kids Adam (4) und Sam (2) auf ihrer Yacht „Maya“. am Horizont auf – sie haben den Atlantik überquert! Bravo zu dieser famosen Familienleistung. Wir feiern ein freudiges Wiedersehen. maya.waypoint.li Übrigens: Herbert hat eine tolle App entwickelt (nur für i-phone): waypoint.li

Rum wie anno 1785
Am 1. März ist wieder Besuch angesagt. Wir freuen uns riesig. Sohn Dario kommt für zwei Wochen auf unser Schiff. Er verpasst „wegen uns“ sogar das Champions-League Rückspiel des FCB in Porto. Leider kann seine Freundin Annalea wegen Krankheit nicht mit dabeisein. Zuerst machen wir eine Inselrundfahrt mit dem Auto. So lernt Dario das Leben in der Karibik abseits der Touristik kennen. Höhepunkt ist der Besuch einer Rum-Distillerie. Hier wird der Rum noch genauso produziert wie seit der Gründung im Jahre 1785. Alle Maschinen und Bottiche, Förderbänder etc. sind noch in Betrieb!! Und der Brennofen wird noch mit Holz befeuert. Dieser Original Grenada-Rum wird nicht exportiert. Er wird in den 3000 Rum-Shops (Bars, Theken,Takeaways) „vertrunken“.

Der Segeltörn mit Dario
Für Dario haben wir einen neuntägigen Segeltörn geplant. In ein Gebiet, das wir vor mehr als 25 Jahren schon mit dem Charterboot besucht haben. Wir sind gespannt, ob, wie und was sich verändert hat. Für die ganze Zeit ist Starkwind aus Ost-Nordost angesagt. Wir müssen zuerst zwei Tage richtig hart am Wind Richtung Norden segeln, dh immer in Schräglage, gegen die Wellen und zum Teil gegen starke Strömungen. Auch ein aktives Unterwasser-Vulkangebiet liegt auf unserer Route. Für Dario ist das die Prüfung auf echte Seefestigkeit. Er hat zum Glück überhaupt keine Probleme, steht stundenlang am Ruder und steuert die Riocaja nach kurzer Angewöhnung schon fast wie ein Profi durch die Wellen der karibischen See. Wir freuen uns, denn das Segeln begeistert ihn sichtlich.

Die erste Übernachtung machen wir in der vor der kleinen unbewohnten Insel Ronde Island. Wir sind ganz allein, mitten in der Natur. Mit vielen Seevögeln und Pelikanen. Eine wunderbare Stimmung.

Nächster Stop ist die Chatham Bay auf Union Island. Mit dem Offroad-Taxi fahren wir auf holprige steinigen Wegen zum Einklarieren nach Clifton Harbour, denn wir sind in einem neuen Land: St.Vincent and the Grenadines. Dieses umfasst mehrere Traum-Inseln und vor allem das beliebteste Seglerziel in der südlichen Karibik, die Tobago Cays!

Die Tobago Cays
Genau dahin segeln wir tags darauf. Wir müssen sorgfältig navigieren, es hat viele Untiefen und Riffe. Aber wenn man am Ziel ist, ist es einfach gewaltig: Man ankert auf zwei bis drei Meter tiefem kristallklaren Wasser, voll dem Wind ausgesetzt, geschützt vor den Atlantikwellen nur durch das grosse Horseshoe-Riff. Unser Kiel berührt beinahe den Sandboden. Hier ist es fast noch schöner als vor Jahren: Es ist ein geschützter Marine Nature Park. Auf einer Insel nisten Urtiere der Meere, die Wasserschildkröten, die mehrere hundert Jahre alt werden. Die Turtles schwimmen ruhig zwischen den Yachten durch. Und unter unserer Riocaja ziehen Mantas vorbei.

Beim Schnorcheln sehen wir wunderschöne Korallen und Fische in allen Farben, Formen und Grössen. Beim Wandern auf einer der vielen kleinen Inseln haben wir eine überwältigende Panoramasicht. Aber lassen wir die Bilder sprechen!

PSV
Nach zwei Tagen heisst es wieder Anker auf – es geht weiter. Nach dem Zwischenstopp in Clifton Harbour (zum Ausklarieren, denn wir verlassen das Land wieder), zieht es uns zur privaten Luxus-Hotelresortinsel PSV (www.petitstvincent.com/). Segler sind hier wieder willkommen, genau wie vor 25 Jahren. Denn der Gründer des Resorts war selbst ein Weltumsegler. Nach seinem Tod waren die Yachties bei den neuen Besitzern nicht mehr erwünscht. Inzwischen gibt’s aber wieder neue Besitzer. Wir genehmigen uns Cocktails in der edlen Beach Bar. Die sind sehr gut und teuer, aber nicht mehr mit der gleichen Liebe und Sorgfalt gemacht und dekoriert wie annodazumal.

Wir machen einen kleinen Rundgang – und siehe da: Die Kinderschaukel mit toller Aussicht aufs Meer ist immer noch da! Auf ihr hat schon unsere damals zweijährige Tochter Anja geschaukelt.

Tyrrel Bay
Wir segeln wieder südwärts, jetzt haben wir den immer noch starken Wind aber im Rücken und wir speeden mit mehr als 7 Knoten über die Wellen – herrliches Segelfeeling! Auf der Insel Carriacou klarieren wir wieder in Grenada ein und ankern in der bei Yachties sehr beliebten Tyrrel Bay: In der grossen Bucht liegen gut fünfzig Segelboote vor Anker. Wir entdecken einen der Gründe für die Beliebtheit: Das Slipway-Restaurant, idyllisch gelegen neben einer kleinen Bootswerft, einfach aber mit Liebe eingerichtet. Das ist noch echter Karibik-Segel-Aussteiger-Lifestyle. Wir essen: Dario Swordfish, Doris natürlich Tuna und Hans Mahi-Mahi. Es schmeckt wunderbar. Wir lernen das sympatische italienische Seglerpaar Marco und Tonja kennen, die mit einer schönen alten klassischen Segelyacht unterwegs sind. Und eine Engländerin, die hier sesshaft geworden ist und seit sechs Jahren ein Kunstatelier betreibt. Übrigens: Auch die Restaurantbesitzerin ist eine Segelaussteigerin aus Italien. Als wir „heim“ gehen, ist es stockdunkle, mondlose Nacht und wir „irrfahren“ mit dem Dinghy einige Minuten durch die Bucht, bis wir unsere Riocaja unter den zig-Yachten gefunden haben.

Was ist ein Squall?
Tags darauf (es ist der 11. März) gibt’s einen reinen Segeltag zurück nach Grenada. Die Fahrt verläuft angenehm, bei nach wie vor starkem Wind. Zwei Dinge gibt’s zu bemerken: Wir fangen trotz neuer Hightech-Kurbel und neuen Ködern immer noch keinen Fisch. Und mitten ins schöne Wetter platzt ein sogenannter Squall. Eine dunkle Wand schiebt sich in unserem Rücken heran, und von einer Sekunde auf die andere wehts mit bis zu achtzig Kilometern pro Stunde, es regnet wie aus Kübeln, die Gischt peitscht quer über das Wasser und das Meer ist so grau wie im Winter auf der Nordsee. Aber nach 15 Minuten ist der ganze Spuk wieder vorbei.

Nach sechseinhalb Stunden erreichen wir die Martins Bay vor St-Georges. Wir müssen viermal zum Ankern ansetzen. Als er endlich hält, ist es schon am Eindunkeln. Zu spät für den geplanten Stadt- und Einkaufsbummel.

Am Donnerstag 12. März geht’s wieder „heim“ in die Marina Phare Bleu. Den nur zweistündigen Schlag verlängern wir um eineinhalb Stunden und versuchen zum x-ten Mal einen Fisch an die Schleppangel zu locken. Leider wieder erfolglos. Nix wird’s mit dem Catch of the Day.

Das Wiedersehen mit der „Margot“
Den Einkaufsbummel in St.Georges holen wir freitags nach. Und abends um 17 Uhr gibt’s ein sehnlichst erwartetes freudiges Wiedersehen: Unsere Freunde Sam und Margot, von denen wir uns am 12. Januar auf Lanzarote verabschiedet hatten, treffen ein! Gemeinsam mit Asma, Herbert &Kids bilden wir für die Bayern ein urschweizerisches Empfangskomitee. Das wird natürlich noch auf dem Steg mit Sams berühmten Zwetschgenwasser gefeiert.

Der Abschiedsschmerz
Auf die Willkommensfreude folgt aber leider auch wieder der Abschied. Samstags früh fliegt Dario back home. Lieber Dario, vielen Dank für diese intensive gemeinsame Zeit. Wir Eltern konnten dich 14 Tage quasi hundertprozentig geniessen und wir behalten diese tiefen Erlebnisse in unseren Herzen bis zu deinem nächsten Besuch! Du hast richtig Freude und Interesse am Segeln bekommen.

Das „erste“ Buch
Dieses Interesse zeigte Dario vor allem auch daran, dass er innert zwei Tagen erstmals in seinem Leben ein Buch richtig „verschlungen“ hat: den spannenden Bericht von Johannes Erdmann „Allein über den Atlantik„/Mein Abenteuer mit der Maverick“. Johannes war damals 19 Jahre alt, mit einer 7.5m kleinen Segelaycht, die er selbst restauriert hatte – eine fabelhafte Leistung! Und genau diesen Johannes haben wir jetzt in der Pahre bleu kennengelernt. Diesmal mit Freundin Cati und auf einem etwas grösseren Boot.

Grill-Party auf dem Wasser
In der Phare Bleu sind in der Zwischenzeit weitere Langzeitsegler eingetroffen. Wir machen auf einem alten Schwimmsteg einen „deutschsprachigen“ Grill-, Gitarren- und Singabend. Mit dabei:

– Asma, Herbert & Kids Adam und Sam (Schweiz, Yacht “Maya“), www.maya.waypoint.li

– Margot und Sam (Deutschland, “Margot“),

– Michael und Matthias (Österreich, “Rosinante“), www.rosinantefreedom2014.wordpress.com

– Cati und Johannes (Deutschland, “Maverick Too“) www.zu-zweit-auf-see.de

– Marianne und Hanspeter (Schweiz, „Wombat“)

– Doris und Hans

Dinghy Concert
Am Sonntag 15.März gibt’s ein neues Dinghy-Konzert. Wieder mit Schweizer Beteiligung: Special Guest Act ist Pink Pedrazzi aus Basel (http://pinkpedrazzi.com/). Das Wetter ist super, die Stimmung auch.

Am Montag verlassen uns die “Rosinante“ und die „Maverick“. Wir bleiben zurück. Vom 16. – 20. März stehen weitere Reparaturarbeiten an.

Neue Pläne
Wegen der vielen Reparaturen, aber nicht nur, haben wir uns entschieden, dieses Jahr in der Karibik zu bleiben. Wir fühlen uns einfach noch nicht fit und reif genug, direkt weiter in die Südsee zu reisen. Wir möchten und müssen jetzt auch einmal einige Zeit unbeschwertes, zwischenfallsloses Segeln und Bleiben geniessen.

So sieht unsere Routenplanung grob aus (Aenderungen jederzeit vorbehalten)

– April/Mai : nördliche Windward- und Leeward-Islands, bis max. BVI (British Virgin Islands)
– Juni: back to Grenada, down to Trinidad & Tobago
– Juli/August: ABC Islands Curaçao, Bonaire (Besuch Anja und Patrick), Los Roques, Los Aves (Venezuela)
– September/Oktober: Bonaire, Cartagena (Kolumbien)
– November/Dezember: San Blas Islands, Panama