19.9. – 10.10. Puerto Portals – Palma – Andratx – Luxushotel – Kloster – Tram – Dragonera – Santa Ponsa – Regen – Quallen.

Nach dem Abschied von Dario und Marco bleiben wir für 10 Tage „sesshaft“ in Puerto Portals. Wir machen eine komplette Schiffsreinigung innen und aussen. Dank einem weissen „Wunderschwamm“ glänzt unsere Riocaja fast wie neu! Doris montiert einen neuen Wasserfilter und einen Dieselfilter. Bravo! Ein Platzregen macht uns klar: das Schiff muss aussen regenfester werden. Das heisst: neue wasserdichte und robuste Cockpitsitzpolster, ein Regenschutz über unserer Schlafzimmerluke, sowie auch eine grosses Sonnen/Regen-Zeltdach, damit wir es auch draussen im Cockpit bequem haben und trocken bleiben. Wir finden einen „Polstermacher“, der uns das alles nach Mass herstellen kann. Leider zieht sich die Produktion in die Länge. Heute (am 10.10.) haben wir wenigstens die Sitzpolster, die 2 Regendächer folgen hoffentlich bis morgen Samstag.

Bei einemTagesausflug nach Palma entdecken wir die schöne grosse Stadt mit dem praktischen Sight-Seeing-Doppeldeckerbus, und mit fleissigem Wandern in der City und zu den vielen Sehenswürdigkeiten.

Am 29. September segeln wir nach Puerto Andratx und machen im gut geschützten Hafen an einer Boje fest. Dort liegt die Riocaja ganz sicher und ruhig. Das hat seinen Grund: Denn tags darauf freuen wir uns auf Barbara und Alex, die noch nie auf einem Segelboot waren und sich als nicht seefest einstufen. So viel vorweg: Der Wettergott und Neptun sind auf unserer Seite: die ganz folgende Woche haben wir flaches Wasser, schönen Wind und schaukelfreie Nächte an der Boje.

Barbara und Alex kommen im Mietauto. So planen wir für die nächsten sieben Tage abwechselnd Land- und Segeltouren. Der erste Landausflug führt uns zum Cap de Mola, wo schöne und auch andere Villen quasi direkt an den Abgrund gebaut sind: die Klippen fallen von 100 bis 140 Meter Höhe fast senkrecht hinunter ins Meer.

Dann geht’s weiter zum grossen Mittwochsmarkt in Andratx, wo die Frauen wie immer besser gelaunt sind wie die Männer. Aber immerhin gibt’s als Belohnung für die Geduld einen Bierhalt in der Bar Cubano. Dann geht’s ab in die Berge. Auf einer wunderschönen Hochebene sehen wir ein grosses Tor mit einem edlen Schild „ “Castell Son Claret *****plus“ und dahinter einen riesigen Park: Wir ignorieren das „Nur für Gäste“-Schild und fahren hinein. Nach einem gefühlten Kilometer Parkfahrt sind wir beim Entree. Ich gehe als Vorhut ins Castle hinein und werde freundlich willkommen geheissen. Der Manager lädt uns ein, das Resort, das zu den „Leading Hotels oft he World“ zählt, zu besichtigen. Wir tun das, saugen die Ruhe und die Atmosphäre ein, lassen dann die Bilder sprechen. Und träumen ein bisschen. Vielleicht gönnen wir uns nach der Weltreise ein Luxus-Weekend….(www.castellsonclaret.com)

Weiter geht’s: Im Künstlerdorf Galilea geniessen wir die tolle Panoramaaussicht auf Berge und das Meer. In Es Grania besuchen wir das „Ballenberg“ von Mallorca. In einer alten Klosteranlage wird uns das Leben der Majorquiner vor der Touristeninvasion gezeigt. Auch hier lassen wir die Bilder sprechen.

Zum Abschluss spazieren wir durch das bildschöne Bergdorf Valdemossa – Mallorca ist schon beeindruckend wild und schön!

Am nächsten Tag hissen wir die Segel. Unsere Riocaja fühlt sich pudelwohl und macht ganz schön Fahrt. Barbara steht am Steuer und versucht mit aller Kraft und Konzentration, das Schiff auf dem richtigen Kurs zu halten. Das gelingt ihr sehr gut. Nach gut zwei Stunden steuern wir die Bucht Cala Marmassan für einen Badestopp an. Wir sind völlig allein und das Wasser ist wunderschön. Aber warum werfen wir den Anker nicht? Es wimmelt von Quallen!

Wir machen rechtsumkehrt – das ist unser Glück – denn kaum zwei Minuten später sichten wir Flossen: Delfine! Tatächlich kommen sie zu zweit zu unserem Schiff und schwimmen etwa zwei Minuten in unserer Bugwelle mit (> Bild!)! Einfach genial!

Wir ankern in der Bucht Cala d’Egos. Im kristallklaren türkis Wasser tummeln sich auch einige Quallen. Als sie sich verzogen haben, wagen wir den Sprung ins Wasser. Doch das Glück währt nur kurz: Zuerst ruft Alex, er sei „erwischt“ worden. Und nur Sekunden später folgt der Aufschrei von Doris. Während Alex nur einen klein Ausschlag hat und wenig Jucken verspürt, reagiert Doris massiv auf den Quallen: ihr Arm schwillt dick an und es beisst gewaltig. Mit Essig und Rasierschaum versuchen wir den Ausschlag zu bändigen. Was nur bedingt gelingt. Auf Doris Arm bildet sich ein richtiges Tattoo (siehe Bild). Die allergische Schwellung ebbt zwar ab, das Tattoo und das Jucken bleiben ihr aber bis heute erhalten.

Tags darauf segeln wir nach Santa Ponsa – ein lebhafter Touristenort mit schönem grossen Sandstrand. Dort baden wir gemütlich und machen – bei schönstem Wetter -nach einem kleinen Strand- und Dorfbummel im „Alten Wiener Kaffeehaus“ halt.

Während uns die Drinks serviert werden, wird es rasend schnell dunkler und dunkler – aus heiterem Himmel überfällt uns ein Unwetter mit sintflutartigem Regen und starkem Wind. Und die Luken auf unserem Schiff sind weit offen!

Wir stürzenbei Blitz und Donner in den Regen hinaus, düsen bei miserabler Sicht mit dem Dinghy zurück auf die Riocaja, können das Unheil natürlich nicht mehr verhindern: Leute und Schiff sind total durchnässt. Zum Glück ist es ja nur Wasser und beim Zurücksegeln nach Porto Andratx lächelt schon wieder die Sonne. Mithilfe der Bordheizung können wir über Nacht den Trocknungsprozess beschleunigen. Und beim gemütlichen Coiffeurjassen geniessen wir jeden Abend das Bordleben echt schweizerisch!

Ein neuer Tag – wieder ein Segeltag. Unser Ziel heisst Dragonera, die Naturschutzinsel. Heute ist Alex am Steuer – er versucht sich in der nicht einfachen Kunst, ein Segelschiff auf Kurs zu halten. Und es gelingt ihm – nach einigen kurvenreichen Umwegen (plötzlich liegt Ibiza voraus… und die Sonne scheint von der falschen Seite…) – die Riocaja unter vollen Segeln zur Insel zu dirigieren.

Für die Wanderung auf Dragonera lassen wir wieder die Bilder sprechen (Stichworte Falken und Eidechsen).

 

Nach drei Tagen Segeln folgt jetzt eine grosse 2-Tagestour im Auto. Alex steuert uns sportlich souverän durch die kurvenreiche, faszinierende Bergwelt Mallorcas: Sòller (Tramfahrt) – Kloster El Lluc (beeindruckend!) – Berge und Schluchten im Nordosten. Für die Nacht suchen wir eine schöne Finca (sehnlicher Wunsch Barbaras) – die sind aber alle ausgebucht. Und so landen wir im Touristenzentrum Alcùdia – finden aber ein gutes Hotel (nur die Cocktails an der Bar sind nicht zu empfehlen) – und jassen uns Coiffeurmässig in die Nacht hinein. Seit unserem Reisestart vor vier Monaten schlafen Doris und ich erstmals „auswärts“ ,und nicht auf der Riocaja!

 

Der letzte Ferientag für und mit Alex und Barbara. Wir fahren erst an der Nordostküste entlang zum wunderschönen Küstenstädtchen Colònia San Pedro.

Dann geht’s zurück quer durch Mallorca via Manacor (Nadals Heimatstadt) zurück nach Porto Andratx. Die Koffer sind gepackt. Der Abschied fällt ungemein schwer Wann werden wir unsere Freunde wiedersehen? Wir hoffen sehr, dass sie uns in den nächsten zwei Jahren nochmals besuchen. Vielen Dank, Barbara und Alex – das war eine tolle, unvergessliche Woche!

 

Jetzt sind wir wieder in Puerto Portals und auch der Schwell ist wieder zurückgekehrt. Unser Schiff schaukelt mächtig hin und her. Und wir warten auf unsere Regendächer. Am Montag lassen wir noch einen Generator-Service durchführen, damit dieser für die kommenden drei Jahre hoffentlich reibungslos läuft (Bitte gib uns unseren täglichen Strom). Wenn Wetter und Wind günstig sind, werden wir am Mittwoch 15.Oktober Richtung Gibraltar aufbrechen, via Ibiza und Südspanien.