20.8. – 31.8. Korsika – Mallorca – Ibiza – Formentera – und Geburtstag!

20.8. – Wir starten frühmorgens zu unserem grossen Schlag von Korsika direkt nach Mallorca. Vor uns drei Tage und drei Nächte nonstop. Wenn alles gut läuft, kommen wir am Morgen des 23. August an. Es ist Leichtwind angesagt und wir befürchten, dass wir viel motoren müssen. Daraus wird zum Glück nichts, denn schon bald kommt Wind auf. Und in der ersten Nacht wirds dann happig: Windstärke 4-6 und eine unruhige See mit viel Schaum und hohen Wellen. Aus unserem Wachplan mit je drei Stunden Einsatz und Schlaf wird gar nichts. Wir müssen beide kräftig arbeiten, da der Wind nicht konstant bläst. Wir reffen (Segelfläche verkleinern) ein und aus und ein und aus. Dafür kommen wir schnell voran.

Den Schlaf können wir dann am nächsten Tag etwas kompensieren, denn plötzlich ist der Wind verschwunden. Wir motoren fast den ganzen Tag und die halbe Nacht. Gegen Morgen des dritten Tags kommt Menorca in Sicht und auch der Wind meldet sich wieder zurück. Wir segeln bei schönstem Wetter südlich an Menorca und der Südostküste Mallorcas entlang. Zum Frühstück und zum Nachtessen drehen wir bei, dh wir machen eine Wende und lassen die Segel so stehen, wie sie sind. So bleiben wir quasi im Wind stehen, das Boot macht keine Fahrt mehr, ist in einer recht ruhigen Stellung und driftet nur ganz langsam. So ist auch unser Zeitplan wieder im Lot, denn wir möchten nicht bei Dunkelheit ankommen.

Mitten in der Nacht beginnt Doris‘ Geburtstag. Ich wecke sie um 01 Uhr, um ihr zum ersten Mal zu gratulieren und sie sogleich zur „Arbeit“ an Deck zu schicken. Der Champagner muss warten. Doris hat mächtig zu tun und ab 5 Uhr kann ich wieder mithelfen, unsere Riocaja durch die starken Winde zum Ziel zu führen, und natürlich wieder zum Geburtstag zu gratulieren

So können wir bei viel Wind wieder kräftig arbeiten, wir queren die Südspitze Mallorcas, das Cap Les Salinas, und machen dann am Morgen des 23.8. in der Bucht von Palma eine Punktlandung in der Cala Portals. Wir sind allein (!) in einer schönen Bucht. Aber nebenan und rings um uns gehts rund – es ist ja Hochsaison. Es wimmelt von Menschen und Booten und …und….. . Die Küste ist komplett verbaut, aber es stehen immer noch Kräne da, um die letzten Quadratmeter zu urbanisieren. Welch ein Kontrast zu Korsika!

Wir nutzen den Jet-Set für unsere Zwecke: gleich in der Bucht nebenan hat es eine echt coole Beach-Bar, die nur vom Wasser und über eine steile Treppe zu erreichen ist. Sie ist gerammelt voll – man spricht englisch und deutsch. Wir legen mit unserem Dinghy an und schon ist wieder Geburtstag – mit Pina Colada und Caipirinha.

Einen Tag später kommen Bianca und David für 5 Tage an Bord. Wir freuen uns riesig  – und schon ist wieder Geburtstag! Bianca bringt die Geschenke von Kindern und Freunden mit – sogar zwei Mini-Kuchen mit Kerzen (es waren aber nicht 57) sind dabei. Vielen Dank Barbara!

Tags darauf testen wir die Seefestigkeit von Bianca und David – alles paletti. Wir segeln ein paar Stunden in die (unverbaute) Cala Blanca und zum Übernachten in de Cala Camp de Mar.

Für die Überfahrt nach Ibiza stehen gut dreizehn Stunden auf dem Routenplan unseres ipads – und genauso kommts auch. Wir haben lange Zeit guten Wind und kommen bestens voran – erst am Schluss kurz vor Ibiza wirds happig: Starkwind „voll auf die Mütze“ (Seemannsprache, steht für Gegenwind). Wir kommen auch mit Motor nur langsam voran – dafür geniessen Bianca und David vorne am Bug die mächtigen Aufschläge gegen die Wellen – es geht sicher gut drei Meter hoch und wieder runter ins Wellentall . Unser Aufwand wird belohnt – in der Cala Binirràs im Norden Ibizas finden wir einen sensationellen Ankerplatz (siehe Fotos)! Mitten in der Bucht steht eine gewaltier Felsbrocken.

Der wird am nächsten Tag gleich bestiegen. Bianca schafft es direkt vom Wasser aus – eine tolle Superleistung! Doris und David springen vom Dinghy in die fast senkrechte Wand und schaffen es auch. Gratulation! Hans verzichtet „schweren“ Herzens …einer muss ja die Fotos machen…

Dann steht Formentera auf dem Programm – wir segeln der Westküste Ibizas entlang, vorbei an schönen Felskulissen und an unbewohnten Inseln. Es folgt ein absolutes Highlight – von dem wir vorher (fast) keine Vorahnung hatten. Was wir wussten: Die Inseln Espelmadora und Formentera gelten als absolutes Mussziel für Yachties – sie sind entweder un- oder nur spärlich bewohnt, es hat „karibische“ Sandstrände und türkisblaues Wasser quasi am laufenden Band. Das sehen wir auch sofort: In unserem Blickhorizont in der Ferne sehen wir hunderte von Motor- und Segelbooten, die sich entlang der gut 10 – 15 Kilometer langen Stränden und Riffen einreihen und vor Anker sind.

Wir peilen einen Strand ganz südlich an, die Cala Sahona. die sich auch über mehrere Kilometer erstreckt. Am geschützten Ende liegt aber auch Yacht an Yacht. Wir steuern auf eine flache Felsküste zu – wo nur ein einsames Motorboot liegt. Wir werfen den Anker – und sind mitten über einem türkisblauen Unterwasser-Aquarium, mit Sand und Steinboden. Hunderte von Fischen umkreisen unsere Riocaja. Wir springen hinein und sind überwältigt (siehe Fotos!).

Tags darauf müssen wir diesen Traumplatz verlassen, aber keine Angst. Unterwegs machen wir einen Zwischenhalt auf der unbewohnten Insel Espalmador – eine riesige kreisrunde Bucht wie aus dem Bilderbuch. Mit feinstem Sand und Dünen. Wir geniessen zwei schöne Stunden und segeln dann an die Südküste Ibizas in die Cala Yondal. Die ist auch sehr schön und wir ankern neben einigen Superyachten. Man spürt es: Hier ist wieder Jetset angesagt. Am Strand hat es mehrere luxuriös ausgestattete Strandclubs – mit Palmen, Reception, Lounge, Lederliegen etc.

Leider liegt die Cala Yondal unweit des Flugplatzes – das heisst für uns, wir müssen Abschied nehmen von Bianca und David. Vielen Dank für den Besuch – wir haben tolle sechs Tage miteinander erlebt!

Wie sieht unser Plan für die nächste Zeit aus? Wir bleiben September und Oktober in den Balearen und wir freuen uns auf weitere Besuche von Familie und Freunden! Wir sind üner Handy und SMS erreichbar. Gerade hat sich unser Sohn Dario für drei Tage angemeldet! Und am 30.9. kommen Barbara und Alex Kummer.

Und wir wollen auch unsere Segelfreunde Christine und Urs treffen, die fast gleichzeitig mit uns zu ihrer Weltreise gestartet sind. Sie befinden sich jetzt auf Menorca.

Hier die Bildegalerie der letzten zehn Tage, mit den Reparaturen in Ajaccio und natürlich mit den Highlights unter Wasser!

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10.8. – 17.8.14 Erstens kommt es anders. Und zweitens…

Am 11. August haben wir uns in Ajaccio angemeldet zu den notwendigen Arbeiten am Motor und zum Einbau einer neuen Wasserpumpe. Und noch dramatischer: zur Leerung und Reinigung unseres Dieseltanks, der mit Bakterien „verseucht“ ist und bereits einmal zum Motorausfall geführt hat. Aus den dafür eingeplanten zwei Tagen werden leider drei, vier und …noch mehr. Wir müssen warten, bis ein Platz bei der Werft frei wird zur Tankentleerung. Dazu liegen wir im hoffnungslos überfüllten Hafengbiet von Ajaccio sehr ungemütlich vor Anker – zwischen einer Hafenmauer und den grossen Fähren – inmitten einer Tag für Tag zunehmend grossen Zahl von Segel- und Motoryachten. Da es sehr eng zu und her geht, können wir unsere Riocaja während fünf Tagen gar nicht verlassen.

Endlich bekommen wir wenigstens einen Platz an einer sicheren Boje. Jetzt können wir uns das Warten etwas angenehmer gestalten. Wir gehen in die schöne Altstadt und essen ausgezeichnet in einer typischen sympathischen Brasserie. Auf dem Heimweg gibt es noch ein riesiges Feuerwerk. So feiern die Korsen den Feiertag Maria Himmelfahrt. Und für Montag, den 18. August, besteht Hoffnung auf die Tankreinigung. Das wird dann unser persönlicher Feiertag. Den können wir aber nur kurz geniessen. Unser nächster Termin steht an: am 25. August erwarten wir Tochter Bianca und ihren Partner David – auf Mallorca. Distanz gut 350 Seemeilen. Das heisst für uns: mindestens drei Tage und drei Nächte nur Wasser und kein Land in Sicht.

Von Ajaccio gibt es keine Bilder, dafür nochmals einige von den wunderschönen Iles des Sanguinaires, am Eingang zum Golf von Ajaccio.

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18.7. – 6.8. Korsika – Lust und auch Frust

Weil wir einige Zeit kein Internetverbindung hatten, können wir erst jetzt berichten, wie es uns seit dem Start zu unserer grossen Reise am 18. Juli ergangen ist. Darum schön der Reihe nach:

Die Nachtfahrt von La Spezia nach Korsika müssen wir leider fast ausschlieslich mit Motor bewältigen. Erst am Morgen vor der Nordspitze von Korsika kommt Wind auf und wir können rund zwei Stunden herrlich segeln, bei schönstem Wetter. Nach rund 18 Stunden fällt der Anker in einer schönen Bucht im Golf von St.Florent. Wir geniessen den ersten Tag danach mit einem ersten Bad im wunderschönen Wasser. Doch dann gibt’s Warnmeldungen an der Meteofront.: Im Golf von Lyon bildet sich ein Mistralsturm, der bis auf Korsika auswirkt. Wind bis Stärke 7 – 8 (rund 30 -40 Knoten = 55 -75 km/h). Wir machen uns auf die Suche nach einem Ankerplatz, wo wir den Starkwind schadlos überstehen können. In der schönen Bucht Plage du Lotu gelingt uns das gut. Als alles vorbei ist, springen wir in türkisblaue Wasser.

Aber wir müssen weiter gen Süden. Denn am 23.Juli kommt unsere Tochter Anja mit Freund Patrick für 10 Tage auf unser Schiff. Wir fahren (leider auch meist mit Motor) in drei langen Etappen runter nach Ajaccio. Unterwegs geniessen wir die gewaltige, wilde, bergige und felsige Küste Korsikas. Wir sind begeistert und erreichen Ajaccio gerade rechtzeitig zu Anja und Patricks Ankunft. Bei heftigen Windböen gelingt uns das Festmachen im Hafen erst mit einiger Mühe. Wir freuen uns auf den Besuch!

Doch schlagartig schlägt unsere gute Laune um: Der Grund ist eine riesige Wasser-Öl-Lache in der Motorwanne unter unserem Volvo Penta Diesel. Wir finden einen versierten Techniker und der findet nach einigem Suchen die Ursache: wir haben ein Leck in unserem Wasserkühlsystem. Doch wir haben auch etwas Glück im Unglück: Er repariert das defekte Teil notdürftig und wir können mit einem Tag Verspätung mit Anja und Patrick auf Entdeckungsreise gehen. Für die definitive Reparatur machen wir einen Termin in ca. 2-3 Wochen ab.

So segeln wir wieder Richtung Norden. Denn wir möchten die schönen Buchten im Westen und Nordwesten der Insel besuchen und auch geniessen. Das gelingt uns auch. Wir ankern in der atemberaubenden Girolatabucht, mit gewaltigen Felsen, die in den verschiedensten Farben leuchten. Wir segeln – ja eher surfen – bei Windstärke 5 bis 7 und schönstem Wetter der Küste entlang. Wir ankern nochmals in der sensationellen Plage de Loto, wir wandern durch die unberührte Wildnis des Naturschutzgebiets der Désert des Agriates. Wir kochen tolle Menüs auf der Yacht und wir jassen uns gutschweizerisch in die Nacht hinein. Das Seglerleben ist doch herrlich! Und wir geniessen es zu viert.

Doch die Schattenseiten holen uns auch wieder ein: Der Wassermacher funktioniert nicht mehr – wir müssen in Calvi frisches Wasser tanken. Und –viel schlimmer- der Motor stottert und streikt dann definitiv. Zum Glück sind wir im wunderschönen Städtchen Ile Rousse (mit einem Flair wie in der Karibik). Dort hilft uns ein Techniker: der Dieselfilter ist total verstopft, wir haben sogenannten verseuchten Diesel getankt. Nach der Reingung können wir gottlob wieder weiterfahren. Zuvor machen wir aber einen schönen Bahnfahrt-Ausflug nach Calvi – und sehen die Küste vom Land aus an uns vorbeiziehen.

In Calvi gibt es leider auch Abschiedsschmerz: Anja und Patrick werden Korsika noch für eine Woche mit dem Mietwagen erkunden.

Wir kehren zur Riocaja zurück und und planen den nächsten Termin: Der Hersteller des Watermakers kommt persönlich aus Deutschland, um den Schaden zu beheben. Er landet in Bastia, wir kommen ihm bis St-Florent entgegen. Wir holen ihn mit unserem Dinghy (das Beiboot/Schlauchboot) nachts um 10 Uhr ab. Wir trinken ein Bier und dann gehts an die Arbeit: Fehlersuche, ein Geduldsspiel mit viel schrauben und drehen. Es bleibt erst ein Rätsel, ehe er um ca. 2 Uhr nachts fündig wird: bei einem Hochdruckwasserhahngewinde ist ein klitzekleiner Riss zu sehen: genug, um die Entsalzungsanlage lahmzulegen. Er hat ein Ersatzteil dabei, es wird eingesetzt und um drei in der Nacht wird wieder Wasser produziert, als wär gar nichts gewesen. Besten Dank an Heinz Fehlemann für diesen Super Garantieservice. Das ist ein Mann, der für seine Produkte einsteht! Am nächsten Morgen früh fliegt er schon wieder zurück.

 

Jetzt schnaufen wir mal durch und wollen es ruhig angehen bis zum nächsten Termin, der Motorreparatur in Ajaccio. Wir planen für die nächsten Tage kurze Etappen und suchen uns schöne, einsame Buchten in der Nähe aus. Es passt: Wir segeln bei gutem Wetter zwei bis drei Stunden und erreichen unsere Ziele am frühen Nachmittag. Damit bleibt Platz zum Baden, Schnorcheln und zu Landgängen in der wilden, beeindruckenden Désert des Agriates. Hier ist noch Natur pur. Weit und breit keine Strasse, kein Dorf, fast keine Menschenseele. Korsika ist einfach gewaltig – und wir haben erst einen Teil davon entdeckt.

 

Seit gestern, dem 5.8. sind wir wieder zurück in der „Zivilisation“. Im bezaubernden Städtchen Ile Rousse (das mit dem Karibikflair) kaufen wir ein. Und heute am 6.8. gehen wir in eine einsame Bucht gleich um die Ecke, machen einen Dinghy-Entdeckungsfahrt zwischen Felseninseln und „klettern“ zum Leuchtturm von Ile Rousse hoch, wo man einen tollen Panoramaausblick entlang der korsischen Küste und ins endlose Mittelmeer hat: Etwa drei Segeltage/Nächte entfernt wartet Menorca, unser nächstes Ziel gegen Ende August. Aber vorerst bleiben wir noch zirka 6-8 Tage in Korsika und vielleicht reicht es auch noch für einen Abstecher nach Sardinien.

 

Hier die Bilder zu den letzten zweieinhalb Wochen. Liebe Grüsse an alle. Bis zum nächsten Mal!

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