17.7.2014 – Jetzt gehts richtig los!

Heute ist der 17. Juli und der hat für uns eine grosse Bedutung: Unsere letzten wichtigen Ausrüstungsteile sind da: das Dinghy und der Aussenborder. Das Dinghy ist ein hochstabiles Schlauchboot, 3m lang, 1.5m breit und 80 Kilo schwer. Der 9.9 PS-Aussenbordmotor wiegt auch über 40 Kilo. Damit wir das auch handeln können, haben wir Davits, mit denen wir Boot und Motor einigermassen gut zu Wasser lassen und wieder hochheben und stabil befestigen können. Aber auch mit diesen Hilfen ist das harte Knochenarbeit. Aber wir wollen ja nicht klagen, schliesslich haben wir dann immer noch genügend Zeit zum Relaxen. Das Dinghy taufen wir TT Riocaja, TT steht gemäss einer amerikanischen Tradition für Tender To.

Das ist auch die letzte Arbeit unserers Supertechnikers Mario mit seinem Assistenten Lorenzo. Sie haben in den letzten 6 Monaten unserer Riocaja fit und flott gemacht. Mit einem Abschiedsfoto trennen sich jetzt unsere Wege. Mit einem schönen Beitrag im Gästebuch schickt uns Mario auf die grosse Reise. Ohne ihn hätten wir das nie geschafft. Mille mille grazie für diese grossartige Leistung. Die Riocaja ist jetzt startklar und voll einsatzfähig!

Der Wetterbericht ist für uns günstig: Erstmals seit mehreren Wochen weht der Wind so, dass wir gut nach Korsika segeln können. So steht für uns fest: morgen Freitag um ca. 18 Uhr sagen wir Addio La Spezia und nehmen Kurs auf die Nordspitze von Korsika. Dort wird uns der Leuchtturm Giraglia den Weg weisen. Das Ziel ist der Golf von Saint-Florent. Wir segeln durch die Nacht und rechnen mit 15 -18 Stunden Fahrzeit.

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Warum ist der Parasailor nicht rotblau?

Vom 6.7. bis zum 12.7. stehen abwechselnd Segeln, Arbeiten, Internetlen und natürlich Waschen auf dem Programm. Dazwischen ist das Wetter teilweise ziemlich mies und auch ein  mittlerer Nachtsturm fegt über La Spezia und unsere Marina Porto Mirabello hinweg. Draussen beim Segeln gibts auch sehr abwechselnde Winde. Den WM-Final kann Hans auf dem Nachbarsschiff verfolgen – es ist das einzige Spiel der WM, das er überhaupt gesehen hat. Ist aber weiter nicht schlimm. Die FCB-Fahne weht weiterhin auf unserer Riocaja. Dass er fortan auf die FCB-Spiele live verzichten muss, das tut schon ziemlich weh. Aber Mägge und Machu werden ihn via SMS und www. auf dem laufenden halten.

Doris ist der „Chef auf dem Schiff“. Nichts entgeht ihrer Aufmerksamkeit und ihrem unermüdlichen Einsatz. Die Riocaja ist garantiert die sauberste und aufgeräumteste Segelyacht im Hafen. Und auch in punkto Segeln und Manövrieren im Hafen ist sie einfach top.

Montagnacht, mitten im Sturm (der uns die Weingläser vom Cockpittisch fegt), kommt Hendrik nochmals für ein paar Tage zu Besuch. Er bringt uns den Parasailor mit, ein riesiges Ballonsegel (156m2!). Dieses soll uns dann im Winter im Passat über den Atlantik in die Karibik „wehen“. Es funktioniert ähnlich wie ein Gleitschirm (siehe Foto). Leider hat der Hersteller kein rotblaues Fussballherz und wir mussten ein blauweisses bestellen. Das ist aber weiter nicht schlimm, denn mein Heimatclub, der SC Binningen, trägt ja schliesslich auch diese Farben. Und das marineblau passt perfekt zum Meer und zu unserer Hallberg-Rassy.

Doch vorerst müssen wir das Segel hoch bekommen und bedienen können. Zu zweit ist das gar nicht so kinderleicht einfach wie es im Prospekt versprochen wird. Wir sind aber auch nicht mehr Kinder. Aus Bayern kommen Gerold und Renate zu uns, die uns an einem schönen Leichtwind-Tag das ABC des Parasailor-Segelns beibringen. Dafür ein grosses Dankeschön nach Deutschland.

Für einen zweiten Parasailor-Übungstag kommt unser Nachbar im Hafen freundlicherweise mit. Leonardo ist Segellehrer und er zeigt uns auch noch einige Trimmtricks, dh auf gut deutsch, wie man bei wenig Wind trotzdem einigermassen schnell vorankommt. Mille Grazie für diesen wunderschönen Segeltag im Golf von La Spezia.

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5.7.14 Viel Arbeit und ein Wassermacher

In den letzten Tagen wurde auf unserer Riocaja kräftig gearbeitet: Das Team um den segeltechnischen Alleskönner Marco Montali (SEA SERVICE Spa.) war im Einsatz: Diverse Undichtigkeiten beheben (die Riocaja ist ja bereits 20 Jahre alt), da und dort neue Leinen, auf dem Masttop in 18m Höhe über Wasser das klemmende Grossegel „befreien“und stromsparende LED-Navigationslichter einsetzen, Ankerkette um 2m verkürzen wegen Rostfrass. Diverse Holzarbeiten im Salon und der Naviecke. Neues Audiosystem einbauen, damit wir die 2,5 Tage Musik auf i-tunes auch voll geniessen können (Bruno, vielen Dank für dieses aufwendige Einspielen!). AIS (Automatic Identification System) in die Navigation integrieren: ein geniales System, das alle Schiffe im Umkreis von 10-15 Seemeilen erkennt und positionsgenau auf dem GPS-Plotter darstellt, inkl. gefahrenem Kurs und Geschwindigkeit! Das gilt natürlich auch umgekehrt: die Riocaja ist für die anderen Schiffe ebenso erkennbar. Ihr könnt die AIS-Positionen der Schiffe weltweit auch selbst nachsehen: installiert einfach die App Marine Traffic. Da sind auch wir drauf, wenn wir in Fahrt sind und AIS eingeschaltet haben.

Die grösste Arbeit betraf den Wassermacher, ein Entsalzungssystem, das aus Meerwasser bestes Trinkwasser produziert und uns völlig unabhängig macht. Das heisst: Wir müssen wegen Wassernachfüllen nie mehr einen Hafen oder eine Marina anlaufen. Wir müssen keine Angst vor sclechtem oder chlorierten Wasser haben. Wir können so viel Duschen wie wir wollen. Eine geniale Sache für unsere grosse Reise!

Damit wir den Watermaker überhaupt installieren konnten, war noch eine wichtige Vorarbeit notwendig: Unser Freund Hanspeter Läubli und ich hatten das ganze Material am 11.Juni völlig „cool“ und ziemlich souverän an fünf bereitstehenden italienischen Zollbeamten bei Chiasso Proceda über die Grenze gefahren (Importzoll/Mehrwertsteuer VAT in Italien beträgt ja nur 22%). Dafür nochmals ein grosses Dankeschön an Hampe!

Die Installation selbst war sehr arbeitsintensiv. Marco Montali benötigte dafür 2,5 Tage. Die modularen Teile wurden auf dem engen Schiff an verschiedensten Orten eingebaut und mit Schläuchen und Rohren verbunden: Hochdruckpumpe unter dem Bett von Doris, Schaltpanel und Druckrohr im WC/Duschraum (keine Angst: wir haben noch eine zweite Dusche und können auch draussen an Deck duschen), Seewasserpumpe unter dem Fussboden im Salon, und dazu noch eine ganze Reihe von Filtern. Und alles, was man sieht, sind Panel und Druckrohr ( siehe Foto)!

Eine Meisterleistung! Wir haben sie am 2. Juli getestet. Sie läuft tadellos. Die Produktionsleistung beträgt übrigens 78 Liter pro Stunde. Den „regulären Betrieb“ können wir erst in den nächsten Tagen beim Segeln aufnehmen, da das Wasser in der Marina zu schmutzig ist. (Für alle Technik-Interessierten: www.watermaker.de). Und am 5.7.14 haben wir während unseres Segeltags im Golf von La Spezia in einer Stunde unsere ersten 75 Liter Trinkwasser produziert

Am 1. Juli haben wir uns einen halben Arbeitstag frei genommen und sind mit der Bahn in die Cinque Terre gefahren. Die anschliessende Wanderung von Manarola nach Riomaggiore bot ein grossartiges Küstenpanorama. Doris hatte dabei leichtes Spiel, während es für Hans schon eher Bergsteigen war (ich hab sie alle gezählt, es waren fast 1000 Schritte steil bergauf).

Dafür haben wir uns am Abend erstmals ein Essen in der Osteria dall’inferno gegönnt. Im wunderschönen Kellerlokal trafen wir eine tolle Schottisch-Australische Erwachsenenfamilie und haben uns glänzend mit ihnen unterhalten.

Hier noch einige Bilder der letzten Tage. Unter anderem: ein Abschiedsfoto mit unserern Yachtnachbarn Mario und Liliane, welche in der Nacht am 1.Juli zu ihrem Ferientörn nach Korsika und Sardinien aufgebrochen sind… Unser Supermecanico Marco Montali auf dem Masttop in 18m Höhe…Skippi Hans mit Pilatesübung gegen Rückenschmerzen…Bilder aus der Cinque Terre…beim Segeln…etc.

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